Sprache ist das menschliche Betriebssystem (Teil 3)

Mit dem Thema Macht der Worte sind wir noch nicht durch. Daher folgt hier der dritte Teil der (bereits für sich neu entstehenden) Unterserie Sprache ist das menschliche Betriebssystem.

Sprache ist das menschliche Betriebssystem

Die entfernte Person haben wir im vorherigen Teil behandelt und ist nun hoffentlich daraus ein echter Mensch geworden. Der Virus wurde identifiziert. Nehmen wir uns nun den zweiten von den wichtigsten Begriffe vor: Das Möchten.

Möchten vs. Wollen

Wie Personen den Menschen auf Abstand halten, so hält das Möchten den (freien) Willen fern. Das Muster ist dasselbe. Der Virus ist identifiziert.

Meinen Beitrag Macht der Worte – Warum ich das Möchten nicht will meine ich ebenso vollkommen ernst. Was soll der Dünnschiss? Ich sage es hier nochmal klar und deutlich: Möchten hat nichts mit Wollen zu tun! Wer hat wem erzählt, dass es höflich sei, und dann hat derjenige es uns in die Köpfe eingetrichtert?

Höflich?

Was ist höflich? Warte, ich führe dich jetzt zu Hofe. Bitteschön:

Hier am Hof ist es üblich, dass alle davon sprechen, was sie mögen, das sei höflich, aber keiner sagt, was er will, denn das sei unhöflich. Der König mag es nicht, wenn die Untertanen einen freien Willen haben und ihn sogar noch bekunden. Möchten sagt der Untertane zum König. Und König antwortet, dass es ihm egal sei, was Untertane mag und dass es ihm am italienischen Fluss mit zwei Buchstaben vorbei geht. Weil hier der Wille des Königs geschehe, der Untertane zieht die „italienischer Fluss mit zwei Buchstaben“-Karte. Also „Scheiße wollen“ wäre höflich ausgedrückt „Kot möchten“ und das würde nur aussagen, dass man „Kacke mag“.

Verzeih mir bitte die merkwürdige Wortwahl, aber hoffentlich ist das „höfliche“ nun des Merkens würdig geworden.

Mach mit!

Mach mit, es geht sehr leicht, sag: Ja, ich will!

Einige Freunde und Bekannte sagten mir, ja, wenn man vor einem Tresen steht, dann kann man doch nicht sagen, ich will dies und jenes haben. Na logo, klar kann man das sagen. Und wie. Ist mir doch egal, was der falsch Programmierte von mir denkt, ist doch sein Betriebssystem, sein Virus und seine defekte Firewall.

Am Anfang mag es komisch klingen, doch später wird sich „möchten“ unecht anfühlen, glaub mir. Oder man kann versuchen, paar Ausweichen-Sätze zu haben, wenn man zwar „möchte“ weglassen und „wollen“ nicht immer direkt einsetzen kann, wie z.B.:

  • Ich nehme ABC
  • Ich würde gerne XYZ haben
  • Ich habe Lust auf 123

Je nachdem, um was für einen Tresen es geht 😉
Fragt dich jemand, ob du etwas möchtest, sagst du: nein, ich will!

Denk dran: Nicht dein Möchte geschehe, sondern dein Wille geschehe. Hole dir deine Macht wieder zurück! Du bist der Magier des Lebens und brauchst dafür deine Macht- und Zauberworte.

Und wenn dich jemand anmachen sollte, dass es nicht höflich sei, dann machst du ein paar Luftschwünge mit dem Arm, verbeugst dich leicht und sagst: „Oh, verzeiht Ihre Majestät, aus welchen Faberge welches Hofes seid Ihr geschlüpft?“

Weitere Viren

Es gibt noch echt einige Begriffe, die uns durch die Firewall eindrangen, wie auch diese erwähnte Feuerwand. Fuck ey, der Denglisch-Virus ist auch sehr verbreitet.

Und wie die Person ein totes Ding ist, so ist der Körper ebenfalls tot. Kommt aus dem Latein und bedeutet Korpus. Körper sind in der Physik der Gegenstand der Arbeit. Sie arbeiten nicht mit lebendigem Leib, sondern mit toter Materie.

Und wie das Möchten kein Wollen ist, so kriegt man auch nichts, man bekommt stattdessen. Also, wenn ich will, dann kriege ich. Punkt.

In der WIRklichkeit WIRken WIR!

Daher ist die Realität eine Illusion, und die Wirklichkeit echt.

Also, immer wieder die Feuerwand überprüfen und haltet euch vom Nachrichtenterror fern, wo sowieso die Wirklichkeit nachgerichtet wird. Denn mit Angst und Panik wollen die uns doch in eine Ecke drängen, aus der wir dann aus deren Hand fressen sollen 🙂

Es geht nicht mehr darum zu reagieren – auf die Neuigkeiten des Tages -, es geht vielmehr darum, jede Information als eine Operation auf einem feindlichen Feld aus Strategien zu verstehen, die entschlüsselt werden muss, eine Operation, die gerade darauf zielt, diese oder jene Reaktion bei diesem oder jenem zu provozieren und diese Operation als die wirkliche Information zu nehmen, die in der scheinbaren Information enthalten ist.

Unsichtbares Komitee, Nautilus Flugschrift, „Der kommende Aufstand“, Kapitel: „Auf geht’s!“, S. 75, Originalausgabe „L’insurrection qui vient“, 2007, Übersetzung der erweiterten Neuaflage vom Juli 2009, Edition Nautilus Verlag, ISBN 978-3-89401-732-3, 2010
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Wasilij